GPT-5.6: Sol, Terra oder Luna – welches Modell brauchst du?
OpenAI hat GPT-5.6 veröffentlicht. Die neue Modellfamilie besteht aus Sol, Terra und Luna – drei Varianten für unterschiedlich anspruchsvolle Aufgaben.

Sol übernimmt schwierige Aufgaben, Terra ist für den normalen Arbeitsalltag gedacht und Luna für schnelle Kleinigkeiten. Dazu kommt ChatGPT Work als neue Arbeitsumgebung für Dateien und Programme.
GPT-5.6 ist da – diesmal als Modellfamilie
OpenAI hat GPT-5.6 am 9. Juli offiziell veröffentlicht. Anders als bisher steht hinter dem Namen nicht nur ein einzelnes Modell: GPT-5.6 kommt in drei Varianten – Sol, Terra und Luna.
Die drei Varianten lösen unterschiedlich anspruchsvolle Aufgaben. Dadurch musst du nicht für jede kurze E-Mail das stärkste Modell verwenden und kannst bei wichtigen Analysen trotzdem mehr Leistung auswählen.
Sol, Terra und Luna – welches Modell wofür?
Sol ist das stärkste Modell und für Aufgaben gedacht, bei denen Fehler teuer werden. Zum Beispiel: Monatszahlen aus mehreren Abteilungen prüfen, Abweichungen erklären und daraus eine Präsentation für die Geschäftsführung erstellen. Mit Ultra kann Sol anspruchsvolle Aufgaben auf mehrere Agenten verteilen.
Terra ist die richtige Wahl für den größten Teil des normalen Arbeitstags. Zum Beispiel: Besprechungsnotizen ordnen, eine Excel-Liste bereinigen, E-Mails zusammenfassen oder aus Unterlagen eine erste Präsentation bauen.
Luna ist die schnelle Variante für kleine Dinge, die sofort fertig sein sollen. Zum Beispiel: eine E-Mail kürzen, eine PDF zusammenfassen, einen Absatz übersetzen oder zehn bessere Überschriften finden.
Die einfache Faustregel lautet deshalb: Im Zweifel Terra. Für wichtige, komplexe Aufgaben Sol. Für schnelle Kleinigkeiten Luna.
Neu dazu: ChatGPT Work
OpenAI führt die bisherige Codex-App und ChatGPT in einer neuen gemeinsamen Desktop-App zusammen. Darin gibt es jetzt drei Bereiche: Chat für normale Fragen, Work für Recherche und fertige Arbeitsergebnisse sowie Codex für technische und Coding-Aufgaben.
ChatGPT Work ist also kein separates Programm, sondern der neue Arbeitsmodus innerhalb der ChatGPT-App. Statt nur eine Frage zu stellen, übergibst du ChatGPT einen vollständigen Auftrag. Work kann dafür recherchieren, verbundene Dienste und freigegebene Dateien verwenden und fertige Dokumente, Tabellen oder Präsentationen erstellen.
Sol, Terra und Luna sind die Modelle, die diese Arbeit ausführen. Das gewählte Modell bestimmt, wie viel Leistung und Geschwindigkeit zur Verfügung steht. ChatGPT Work stellt den Modellen die Dateien, Programme und Arbeitsschritte bereit.
In der Desktop-App darf ChatGPT dafür auf die Ordner und Programme zugreifen, die du freigibst.
Es kann mehrere Dateien öffnen, Inhalte vergleichen, Zahlen zusammenführen und das Ergebnis direkt wieder als Excel-Datei, Word-Dokument oder PowerPoint ablegen.
Ein konkreter Auftrag könnte lauten: „Prüfe die Verkaufszahlen in diesem Ordner, erkläre die größten Abweichungen und aktualisiere damit unsere Monatspräsentation.“ ChatGPT Work erledigt die einzelnen Schritte und du kontrollierst den Fortschritt und das Ergebnis.
Warum die App wichtiger wird als der Browser
Im Browser musst du jede Datei einzeln hochladen, Antworten kopieren, Zahlen selbst übertragen und die PowerPoint anschließend von Hand anpassen.
In der App wählst du stattdessen einen Ordner aus, beschreibst das Ziel und lässt ChatGPT die Dateien bearbeiten. Genau deshalb wird die Desktop-App wahrscheinlich wichtiger als der Browser: ChatGPT arbeitet dort, wo deine Dateien liegen, statt darauf zu warten, dass du ihm jede Information einzeln bringst.
Und Claude?
Die ersten Tester loben vor allem, dass GPT-5.6 Aufgaben zuverlässiger zu Ende bringt und den Computer besser bedienen kann. Einige halten Claude Fable weiterhin für intelligenter. Für den Arbeitsalltag könnte aber entscheidender sein, welches Modell aus chaotischen Dateien am verlässlichsten ein brauchbares Ergebnis macht.
Kann Anthropic mit Claude diesen Vorsprung überhaupt noch aufholen?
